Tech Recruiting Guide

Darum findest du keine guten Entwickler

Code regiert die Welt

Das ist im Jahr 2019 nichts Neues. Doch mehr denn je sollten wir uns darüber bewusst sein. Digitale Produkte bestimmen zunehmend wie wir leben, was wir mögen – und wie Unternehmen Geld machen.

Ziemlich jeder Industriezweig durchläuft gerade einen radikalen Wandel. Diese Prozesse werden durch die Digitalisierung angestoßen und definiert. Der Schlüssel, um als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben und zu wachsen, ist die Rekrutierung von exzellenten Software-Entwicklern. Die Master des Codes.

Führungskräfte sorgen sich um Zugang zu Tech-Talenten

Sehr gute Programmierer sind ein rares Gut. Laut einer Studie von Stripe und Harris Poll (2018) sorgen sich C-Level-Manager mehr um den Zugang zu finden, ist nicht immer einfach. Es gibt eine Vielzahl von Rekrutierungskanälen, die einen überwältigen kann. Doch es ist möglich; wenn Du verstehst, wie Entwickler arbeiten und leben möchten.

Der Rekrutierungsprozess beginnt mit einer Frage

Unser Guide erklärt Dir verschiedene Rekrutierungsszenarios und ihre Vor- und Nachteile. Dabei gibt es eine grundlegende Frage, die Du für Dein Unternehmen beantworten musst: Möchtest du Entwickler als Festangestellte (A) oder Freelancer (B) rekrutieren?

Wir bei CodeControl glauben an das Konzept Future of Work und empfehlen, mit Freelancern zu arbeiten. Die Gründe nennen wir weiter unten.

A. Software-Entwickler für feste Stellen finden

Wenn Du deine IT mit festangestellten Programmierern verstärken möchtest, hast Du mehrere Optionen.

1) Mit einem Headhunter arbeiten

Im besseren Fall sind Headhunter spezialisierte Profis. Es ist ihr Tagesgeschäft, die besten Kandidaten für eine Position zu suchen, vorauszuwählen und zu interviewen. Mit einem Headhunter zu arbeiten, kann ein brauchbarer Ansatz sein, um Deine Coder zu finden.

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Zwei Dinge solltest Du allerdings beachten. Erfahrene Headhunter haben ihren Preis. Und während es viele gute Headhunter auf dem Markt gibt, sind wenige spezialisiert auf Entwickler.

Pro: Du bindest keine internen Ressourcen. Du kannst deine offene Stelle gegebenenfalls schnell besetzen, wenn Du mit einem spezialisierten Headhunter arbeitest.

Contra: Du musst Zeit investieren, um einen spezialisierten Headhunter zu finden. Selbst wenn Du einen findest, gibst Du zu einem Teil die Kontrolle über den Rekrutierungsprozess ab. Und klar, ein guter Headhunter ist teuer.

2) Eine Headhunting-Plattform nutzen

Headhunting-Plattformen wie Honeypot oder talent.io bieten einen Pool von Entwicklern und Tech-Profis, die auf Jobsuche sind.

talent.io arbeitet mit dem Konzept des reverse recruiting. Unternehmen bewerben sich, Arbeitnehmer entscheiden sich für das beste Angebot. Honeypot legt viel Wert auf Qualitätskontrolle. Die Registrierung für Unternehmen und Angestellte ist nur über eine Einladung möglich. Beide Seiten werden anhand von verschiedenen Kriterien beurteilt, bevor sie aufgenommen werden.

Pro: Du bindest keine internen Ressourcen. Du kannst deine offene Stelle gegebenenfalls schnell besetzen. Du rekrutierst aus einem Pool von geprüften Entwicklern.

Contra: Du musst Zeit investieren, um Dein Unternehmensprofil anzulegen und aktuell zu halten. Du stehst im direkten Wettbewerb mit anderen Unternehmen. Es fallen externe Kosten an.

3) Deine HR-Abteilung nutzen

Du musst Deine Suche nach hochkarätigen Entwicklern nicht outsourcen, wenn Deine HR-Abteilung der Aufgabe gewachsen ist.

Im ersten Schritt solltest Du ein klares Anforderungsprofil erstellen. Welche Programmierfähigkeiten sind für die Position nötig? Wie viel Arbeitserfahrung sollte er oder sie haben? Wie wichtig sind Referenzen?

Basierend auf diesem Profil kann Deine HR-Abteilung anfangen, auf Plattformen wie LinkedIn, StackOverfolow oder GitHub Kandidaten zu filtern. Dieser Schritt kann Zeit kosten – zu Recht! Du möchtest nicht Deinen Top-Coder verpassen, weil Du den Prozess überstürzt hat.

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Die besten Kandidaten aus dem ersten Schritt kommen auf Deine Short List. Deine HR-Profis sollten sie direkt kontaktieren, mit einer kurzen E-Mail, die das Wichtigste auf den Punkt bringt. Entscheidend: Sie sollte den Grund nennen, warum der Entwickler unbedingt bei Deinem Unternehmen anfangen sollte.

Wenn du Glück hast, bekommst Du einige positive Antworten und kannst danach mit Interviews und Coding-Tests weitermachen.

Pro: Du behältst volle Kontrolle über den Prozess und vermeidest externe Kosten.

Contra: Der Rekrutierungsprozess kann sehr lange dauern. Er bindet interne Ressourcen, während die Position vakant bleibt. Die internen Kosten können leicht in die Höhe schießen.

B. Freelance Software-Entwickler finden

Wie wir hier ausgeführt haben, hat es einige klare Vorteile, mit Remote oder Onsite Freelancern zu arbeiten. Der wichtigste: Freelancer bieten einen höheren Return-On-Investment als Festangestellte. Projekte werden schneller beendet, mit besseren Ergebnissen.

Zudem wirst Du deine vakante Position schneller besetzen können. Freelancer sind generell flexibler und verfügbarer. Du kannst die besten Entwickler für die Ansprüche Deines Projekts direkt einsetzen, ohne dich langfristig zu binden.

Zunehmend mehr Menschen entscheiden sich bewusst, als Freelancer zu arbeiten, wie die aktuelle „Freelancing in America“-Studie von Upwork zeigt. Nach der Studie wird es für Freelancer dank moderner Technologie immer leichter, Arbeit zu finden. Dabei schaffen es Freelancer häufiger, so zu leben, wie sie es möchten, als Festangestellte.

Wie findet man also diese wertvollen Mitarbeiter?

1) Freelance-Martkplätze nutzen

Marktplätze wie Upwork oder freelancer.de verfügen über große Pools von Freelancern, darunter auch Entwickler. Diese Plattformen bieten sich gut für kleinere Projekte (bis zu 2000 Euro) an, mit relativ allgemeinen Anforderungen.

Dort findest du qualifizierte Freelancer mit verschiedensten interessanten Profilen. Den einen Programmierer zu finden, der genau zu Deinem speziellen Projekt passt, kann dagegen eine Herausforderung sein. Es gibt auf diesen Marktplätzen keine Form der Vorauswahl oder Kuration. Das macht es mitunter schwierig, die Fähigkeiten und Passung eines Kandidaten einzuschätzen.

Pro: Dir steht ein großer Pool an Talenten zur Verfügung. Du vermeidest hohe externe Kosten. Du wirst die vakante Position gegebenenfalls schnell besetzen können.

Contra: Du musst Dich durch sehr viele Profile arbeiten und Dich dabei auf die Filteroptionen der Plattform verlassen. Das kann sehr viel Zeit kosten.

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2) Spezialisierte Freelancer-Communities nutzen

Spezialisierte Freelancer-Communities wie CodeControl bieten Kuration und Full-Service Rekrutierung, sowie Projektmanagement falls gewünscht. Kandidaten für Deine vakante Position werden aus einem vorausgewählten Pool von geprüften Entwicklern selektiert.

Freelancer in diesen Communities gehören zu den besten Entwicklern, die auf dem Markt sind. Talentevaluatoren bei CodeControl suchen diejenigen heraus, die am besten zu Deinem Profil passen.

Pro: Du besetzt Deine Stelle aus einem kuratierten Pool von hochkarätigen Programmierern. Du vermeidest es, interne Ressourcen zu binden. Du besetzt die Stelle schnell und im Schnitt mit geringeren Kosten.

Contra: Du hast externe Kosten und gibst die Kontrolle über den Rekrutierungsprozess zum Teil auf.

3) Deine HR-Abteilung nutzen

Der Prozess läuft im Prinzip so ab, wie oben für Festangestellte beschrieben. Du definierst ein Anforderungsprofil für Deinen Freelance-Entwickler und lässt die HR-Abteilung auf LinkedIn, Xing, StackOverflow, GitHub oder ähnlichen Plattformen suchen.

Der Suchprozess kann lange dauern und aufwendig sein. Selbst, wenn Du genau weißt, wonach Du suchst und gute Kandidaten findest, ist es nicht sicher, dass diese zu der Zeit auch verfügbar sind.

Darüberhinaus ist die Frage, wie sehr Deine HR-Abteilung in der Lage ist, Coding-Profis zu rekrutieren – das ist nicht unbedingt das Gleiche, wie allgemein die besten Talente für offene Positione zu finden.

Pro: Du behältst volle Kontrolle über den Prozess und vermeidest externe Kosten.

Contra: Der Prozess kann sehr lange dauern. Er bindet interne Ressourcen, während die Position vakant bleibt. Die internen Kosten können schnell aus dem Ufer laufen.

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__Für welchen Weg Du Dich am Ende auch entscheidest – triff Deine Entscheidung bewusst. Die richtige Rekrutierungsstrategie kann die Zukunft Deines Unternehmens bestimmen. __


Philipp Nagels

Über den Autor

Philipp Nagels ist Psychologe und arbeitet als Freelance Copywriter und Journalist in Berlin. Er schreibt unter anderem für DIE WELT, Axel Springer BrandStudio, Upday und Deutsche Bahn.

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