Mobile App vs Mobile Website - die Vor- und Nachteile für dein Business

Im vergangenen Jahr gab es weltweit 3 Milliarden aktive Smartphone-Nutzer. Laut Newzoo wird diese Zahl bis 2021 auf 3,8 Mrd. steigen. 2018 fanden zudem 58% aller Webvisits in den USA auf Mobilgeräten statt, während im gleichen Jahr weltweit 63,5% der E-Commerce-Umsätze mobile gemacht wurden.

Keine Frage, wir leben längst im mobilen Zeitalter. Für dein Business bedeutet das, dass deine Nutzer und Kunden selbstverständlich erwarten, auf ihrem Smartphone oder Tablet mit deiner Marke und deinem Produkt interagieren zu können.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: mobile Anwendungen (Apps) und Websites, die für mobile Nutzung optimiert sind. Welche Lösung ist die bessere für dein Unternehmen? Schauen wir uns die Vor- und Nachteile an …

Definitionen

Eine native Mobile App ist eine Anwendung, die auf einem Mobilgerät heruntergeladen und installiert wird. Mobile Apps werden für bestimmte Betriebssysteme entwickelt, etwa Android, Windows oder iOS, und auf Plattformen wie dem Google Play Store oder dem Apple App Store angeboten. Sie laufen auf dem Gerät und ziehen Daten aus dem Netz, können aber oft auch alle Inhalte lokal speichern und funktionieren dann ohne Internetverbindung.

Eine für mobile optimierte Website wird in einem Mobilbrowser ausgeführt und über das Internet abgerufen. Es handelt sich um eine reduzierte Version der normalen Website, die für die Anforderungen der mobilen Nutzung optimiert wurde: ein kleines Display und eine berührungsempfindliche Nutzeroberfläche.

Zu unterscheiden sind dabei Mobile und Responsive Websites. Eine Mobile Website wird speziell für eine Art von Mobilgerät entwickelt, während eine Responsive Website sich an das Display anpasst, auf der sie angezeigt wird - vom Desktop-Monitor bis zum Smartphone-Screen. Für die Zwecke dieses Artikels sprechen wir von Responsive Websites.

Die Pros und Cons von Mobile Apps

Native Apps werden dafür entwickelt, auf bestimmten Mobilgeräten und Betriebssystemen optimal zu funktionieren. Ihr Aufbau, die Nutzeroberfläche und die Funktionen sind darauf optimiert, mobile die beste User Experience (UX) zu liefern. Entsprechend ist eine gute UX einer der größten Vorteile von Mobile Apps. Sie laden schneller und sind einfacher zu navigieren als Websites. Sie sind außerdem in der Lage, native Smartphone-Funktionen wie GPS, Kameras, Telefonieren etc. effizient für die Zwecke der App zu nutzen.

Darüber hinaus können User eine App personalisieren. Sie können Einstellungen verändern und persönliche Daten wie Zahlungsdaten hinterlegen, um etwa Online-Shopping bequemer zu machen. Apps verfügen zudem über Push-Benachrichtigungen, ein wertvolles Werkzeug, um User stärker einzubinden.

Damit kannst du sie zum Beispiel über Sonderangebote, neue Funktionen und Updates informieren und das Zielgruppen-Targeting verbessern. Diese Formen der Personalisierung sind ein weiterer großer Vorteil, den Apps gegenüber Websites haben.

Zu bedenken ist auch, dass eine App ohne Internetzugang nutzbar ist.. Daten können lokal auf dem Gerät gespeichert und später hochgeladen werden, etwa bei Fitness-Trackern.

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Zu den Nachteilen. Der Mangel an Kompatibilität kann sich negativ auf Reichweite und Kosten auswirken. Jedes Betriebssystem hat eigene Anforderungen, daher brauchst du verschiedenen App-Versionen, um verschiedenen Nutzergruppen zu erreichen. Jede Version muss fortlaufend gepflegt und aktualisiert werden. Nutzer müssen über neue Versionen informiert werden. Sie brauchen dann einen Anreiz, sie tatsächlich herunterzuladen und zu installieren. Für Mobile Apps solltest du also besser ein ziemlich solides IT-Budget haben.

Die Vor- und Nachteile von Responsive Websites

Wenn dein Budget eher knapp ist oder eine große Reichweite deine erste Priorität, dann ist eine Responsive Website die bessere Option. Es fängt damit an, dass du nur ein Produkt entwickeln musst. Eine Responsive Website funktioniert mit allen Betriebssystemen und Geräten. Du musst entsprechend nur ein Produkt pflegen und aktualisieren. Zudem bist du nicht darauf angewiesen, dass User Updates installieren.

Da eine Responsive Website kompatibel ist mit vielen Nutzungsszenarien, kannst du damit sehr viele User erreichen. Websites werden außerdem in Suchmaschinen indexiert, die Voraussetzung, um organischen Traffic zu bekommen. Der Link zu deiner Website kann problemlos in E-Mails, Chat-Programmen oder auf Social Media geteilt werden. Ein weiterer Vorteil: User müssen nicht extra in einen App-Store gehen, dein Produkt finden, es herunterladen und installieren.

In vielen Fällen ist es kosteneffektiver eine Responsive Website zu entwickeln und zu pflegen, als mehrere Versionen einer Mobile App - natürlich abhängig von der Komplexität der Website.

Responsive Websites haben auch Nachteile. Sie sind in der mobile Nutzung nicht so komfortabel wie eine App. Da die UX darauf ausgelegt ist, auf allen möglichen Geräten zu funktionieren, ist sie für keines der Geräte perfekt optimiert. Anders gesagt: Die Interaktion mit deinem Content wird oft nicht so benutzerfreundlich sein, wie auf einer nativen App. Es ist zudem nicht so einfach, Funktionen wie GPS und Kameras in eine Responsive Website zu integrieren.

Und nicht zuletzt braucht eine Website Internetzugang, um voll zu funktionieren.

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Mobile Apps und Responsive Websites im Vergleich

Grundsätzlich: Wenn du viel Wert legst auf eine perfekte UX und komplexe Interaktionen der User mit deinem Produkt, dann ist eine Mobile App die beste Option. Die meisten Mobile Games funktionieren als voll entwickelte Anwendungen besser, denn als Inhalte, die in einem Browser angezeigt werden.

Das Gleiche gilt für Produkte, die komplexe Verarbeitung und Visualisierung von Daten erfordern (z. B. Science- oder Finance-Tools) oder regelmäßig für persönliche Zwecke verwendet werden (z. B. Organisations-Tools und Social Media). Wenn du spezifische Zielgruppen erreichen und Nutzer stark einbinden möchtest, solltest du die Entwicklung einer Mobile App erwägen.

Wenn es andererseits dein Hauptziel ist, möglichst viele Menschen zu erreichen - wie etwa in PR- und Marketing-Kampagnen - und deine Inhalte nicht viel Interaktion erfordern, dann ist eine Responsive Website deine beste Option. Als die in der Regel kostengünstigere Variante sind Responsive Website oft ideal für Unternehmen, die erste Schritte im Mobile-Commerce machen.

Beide Optionen müssen sich allerdings nicht zwingend gegenseitig ausschließen. Facebook etwa bietet seinen Usern eine Responsive Website, mit der die Plattform bequem auf jedem Gerät zu navigieren ist, und gleichzeitig eine Mobile App mit eingeschränkten Funktionen und einer UX, die perfekt für die Anforderungen von jedem einzelnen Gerät ausgelegt ist.

Wie entscheide ich mich also?

Wie immer ist die beste Lösung für dein Business abhängig von deinen Zielen. Je besser du das Produkt definierst, dass du deiner Zielgruppe anbieten möchtest, desto einfacher wird die Entscheidung.

Falls du dabei Unterstützung brauchst, kannst du uns jederzeit unter hello@codecontrol.io erreichen. Wir freuen uns, von dir zu hören :)


Philipp Nagels

Über den Autor

Philipp Nagels ist Psychologe und arbeitet als Freelance Copywriter und Journalist in Berlin. Er schreibt unter anderem für DIE WELT, Axel Springer BrandStudio, Upday und Deutsche Bahn.

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