E-Commerce

So findest du die beste E-Commerce-Plattform für dein Business

Du bist also bereit, dein Online-Business zu launchen. Jetzt nur noch den Shop bauen und los geht’s! Oder?

Ein entschiedenes Jein an der Stelle. Es war natürlich noch nie so einfach, eine E-Commerce-Website zu launchen wie heute. Es gibt zahlreiche gute Anbieter im Netz. Mit einigen brauchst du nur ein paar Stunden, um einen Shop aufzusetzen. Doch das große Angebot kann auch verwirrend sein.

Bevor du jetzt die Google-Suche anschmeißt und dich in dem Meer von E-Commerce-Plattformen verlierst, solltest du dir eine Frage stellen: Was sind deine spezifischen Anforderungen an einen Shop, was die Ziele und Ressourcen deines Businesses?

In diesem Artikel stellen wir dir die besten Optionen für verschiedene Szenarien vor.

Phase 1) Klein anfangen und durchstarten

Wenn du mit deinem Business gerade erst startest, brauchst du einen simplen Onlineshop, der gut aussieht, zuverlässig läuft und sich ohne viel Zeit und Kosten aufsetzen lässt. Deine beste Option? Ein Website-Builder mit E-Commerce-Feature wie Wix, Squarespace oder WooCommerce von WordPress.

Diese Plattformen wurden ursprünglich dafür gestaltet, es für jedermann einfach zu machen, eine eigene Website zu bauen und Inhalte ins Netz zu stellen. Mit der Zeit wurden sie um E-Commerce-Optionen ergänzt.

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Wix Stores ist dank eines intuitiven Drag-and-Drop-Editors einfach zu bedienen und bietet mehr als 500 Design-Vorlagen für Onlineshops — 72 davon sind kostenlos. Es ist bekannt für einen sehr guten Kundenservice, der dich beim Bau deiner E-Commerce-Website unterstützt. Andererseits verfügt Wix Stores nicht über anspruchsvollere E-Commerce-Features wie Dropshipping, Bewertungen und Abonnements. Die SEO-Performance wurde in einem Test von EcommerceCEO als “unterdurchschnittlich” beurteilt. Die Plattform schätzt die SEO-Tools von Wix Stores als “gut, aber nicht außerordentlich” ein. Ein weiterer Nachteil: Wenn du deinen Onlineshop einmal veröffentlicht hast, kannst du die Designvorlage der Website nicht mehr austauschen.

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Squarespace bietet ebenfalls eine komfortable Möglichkeit, deinen Onlineshop aufzusetzen. Der Drag-and-Drop-Editor ist nicht ganz so benutzerfreundlich, aber immer noch hinreichend einfach in der Bedienung. Die Plattform ist auf hochwertige Design-Templates spezialisiert und damit eine gute Lösung, wenn du Produkte anbietest, die in der Darstellung wirklich gut aussehen sollen. Squarespace bietet solide SEO-Tools, allerdings nur zwei Zahlungsoptionen (Stripe und PayPal) und keinen App-Store für zusätzliche Features und Plug-ins. Wix Stores und Squarespace sind nicht kostenlos. Bei beiden Plattformen kannst du zwischen verschiedenen Zahlungsmodellen wählen.

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WooCommerce ist ein kostenloses WordPress-Plug-in und die beliebteste E-Commerce-Plattform im Netz. 2019 nutzen mehr als ein Fünftel aller Onlineshops den Anbieter. Ein Grund: WordPress ist das beliebteste Content-Management-System (CMS) im Internet. Wenn du mit dem CMS vertraut bist, wirst du keine Probleme haben, mit WooCommerce einen Onlineshop zu bauen. Es gibt zahlreiche kostenlose Plug-ins, um die Funktionen deines Shops zu erweitern: Du kannst etwa mehr Zahlungsmethoden integrieren, E-Mail-Marketing nutzen oder One-Click-Upsells ermöglichen. Diese zusätzlichen Features können deine Website allerdings langsam machen. Das größte Problem von WooCommerce ist Skalierbarkeit.

Phase 2) Ein kleines bis mittleres Business weiter ausbauen

Angenommen, du hast bereits ein laufendes Business und kannst für deinen Onlineshop etwas Geld in die Hand nehmen. Dann werden fortgeschrittene Features wie Dropshipping oder Abandoned-Cart-Recovery wichtiger für dich. In dem Fall sind Shopify und BigCommerce deine zwei besten Optionen.

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Shopify hat sich in der vergangenen Jahren schnell einen Namen gemacht. Es überzeugt mit einem einfachen Set-up, gut designten Templates und vielen fortgeschrittenen E-Commerce-Features. Dazu gehören Dropshipping, Facebook-Ads, Instagram-Marketing und die Integration von Marktplätzen wie Amazon. Der Kundenservice ist hervorragend. Eine Schwäche liegt in der SEO-Performance, bei der Shopify nicht gut abschneidet. Zudem können die Kosten leicht in die Höhe schießen, weil du für viele der Erweiterungen extra zahlen musst. Die Skalierbarkeit kann ein Problem werden, wenn du eine sehr große Anzahl von Produkten anbietest, da deine Website dann spürbar langsamer wird. Stell dir deinen Shopify-Onlineshop eher als Boutique vor, nicht als Großhandel.

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BigCommerce ist in vielerlei Hinsicht ähnlich aufgestellt wie Shopify. Es ist sehr simpel, einen Shop aufzusetzen, erfahrene Nutzer können aber auch direkt im Code Anpassungen vornehmen. Die Plattform bietet sehr gutes Store-Management und Multichannel-Selling (Amazon, eBay, etc.), dazu ansprechende Designvorlagen und verschiedene APIs. Dadurch ist BigCommerce sehr flexibel und anpassbar. Die SEO-Performance ist sehr gut. BigCommerce bietet allerdings nur sieben kostenlose Templates und kann teuer werden, wenn du ein großes Produktsortiment hast.

Phase 3) Einen großen Konzern führen

Gehen wir jetzt davon aus, dass dein Unternehmen eine etablierte Marke ist, die große Mengen an Produkten absetzt und über solide Ressourcen für Webentwicklung verfügt. In dem Fall solltest du dir Magento ansehen, das “WordPress unter den E-Commerce-Plattformen”.

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Magento ist eine leistungsstarke Open-Source-Software, die aktuell unter anderem von globalen Konzernen wie Cisco oder Nike genutzt wird. Du brauchst einen oder mehrere Entwickler, um deinen Onlineshop mit Magento aufzusetzen. Das Shopsystem ist extrem anpassbar und bietet eine Vielzahl von Features und Optionen. Hinter Magento steht eine große Community von Programmierern, die kostenlos Unterstützung liefern oder entgeltlich an deinem Shop arbeiten können. Die Community Edition von Magento kostet nichts, die Enterprise Edition ist allerdings ziemlich kostenintensiv. Mehrere zehntausend Euro an Lizenzgebühren können anfallen.

Magento hat für große Konzerne viel zu bieten, aber erfordert auch einiges an Ressourcen. Du brauchst ein nennenswertes Budget für Webentwicklung, sowie genügend Webspace auf deinem Server.

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Diese Fragen solltest du dir stellen

Wie du siehst, gibt es keine Lösung, die für jede Situation passt. Die Plattformen unterscheiden sich zum Teil sehr stark, was die Benutzerfreundlichkeit, Skalierbarkeit, Flexibilität und Kosten angeht. Um eine fundierte Entscheidung für einen Anbieter zu treffen, solltest du dir folgende Fragen stellen.

Brauchst du tatsächlich einen eigenen E-Commerce-Shop oder kannst du deine Produkte einfach auf einem Online-Marktplatz verkaufen? Wie groß ist dein Business und wie schnell wird es wachsen? Welche Features brauchst du unbedingt und auf welche kannst du gut verzichten? Und, nicht zu vergessen: Wie groß ist dein Budget?

Gutes Gelingen bei der Entscheidung! Falls du Unterstützung dabei brauchst, die beste E-Commerce-Plattform für dich zu finden, kannst du uns immer direkt ansprechen unter hello@codecontrol.io :)


Philipp Nagels

Über den Autor

Philipp Nagels ist Psychologe und arbeitet als Freelance Copywriter und Journalist in Berlin. Er schreibt unter anderem für DIE WELT, Axel Springer BrandStudio, Upday und Deutsche Bahn.

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